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Die „Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung." Kampagne in Deutschland

Nationale Arbeitsgruppe

In Deutschland trifft sich seit 2003 regelmäßig eine nationale Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Antidiskriminierungskampagne. An dieser beteiligen sich alle wichtigen Interessensgruppen für Vielfalt und gegen Diskriminierung in der deutschen Arbeitswelt. Dazu gehören  VertreterInnen von Ministerien, Sozialpartnern und Nicht-Regierungs-Organisationen.
Die nationale Arbeitsgruppe stellt sicher, dass die entwickelten Maßnahmen in Gestaltung und Inhalt auf die nationalen Bedürfnisse abgestimmt sind. Es wird jährlich ein Aktionsplan erarbeitet und gemeinsam mit der Agentur MEDIA CONSULTA umgesetzt.

Treffen der Nationalen Arbeitsgruppe

24.02.2003

12.08.2003

16.12.2003

13.05.2004

29.11.2004

12.12.2005

24.01.2006

04.07.2006

09.01.2007

26.09.2007

Strategie der nationalen Kampagne

Bisher hat die Bundesrepublik Deutschland die beiden EU-Direktiven noch nicht in nationale Gesetzgebung umgesetzt. Diese Verzögerung entstand durch Differenzen zwischen den Koalitionsparteien der Regierung. Die Bundesregierung hat um Aufschub für die Implementierung der Direktiven aufgrund des Diskriminierungsgrundes „Alter“ gebeten. Mittlerweile wurde ein Antidiskriminierungsgesetz, welches alle drei EU-Richtlinien einschließt, ausgearbeitet. Jedoch hat der Bundesrat diesem Gesetz nicht zugestimmt und den Vermittlungsausschuss angerufen. Das Gesetz muss nun neu verhandelt werden.
In der deutschen Bevölkerung gibt es noch große Informationsdefizite, was das Thema Diskriminierung betrifft. Auch ist die Sensibilität für dieses Problem noch nicht weit verbreitet. Viele Deutsche sind sich nicht bewusst, dass Diskriminierung kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat ist, gemäß geltenden europäischen Rechts.
Entsprechend dem Beschluss der nationalen Arbeitsgruppe verfolgt die Kampagne 2005 folgenden strategischen Ansatz: die breite Bevölkerung soll vor allem durch publikumswirksame Aktionen wie die europaweite Truck-Tour und den „run for diversity“  für die Themen Förderung von Vielfalt und Bekämpfung von Diskriminierung  sensibilisiert werden.
Sobald es in Deutschland ein Antidiskriminierungsgesetz gibt, wird die Bevölkerung verstärkt über die nationalen Gegebenheiten informiert. Dies hat die Arbeitsgruppe bei ihrem letzten Treffen beschlossen.

Zielgruppen

Neben der Sensibilisierung von Unternehmen und ArbeitnehmerInnen steht auch im Jahr 2005 die Information einer breiteren Öffentlichkeit über die Kampagne und die neue Rechtslage im Zentrum der Kampagne. Darüber hinaus wurde beim Treffen am 29. November beschlossen, vereinzelte Aktivitäten auch auf eine jugendliche Zielgruppe auszurichten.

Medienaktivitäten

Im Januar 2005 wurden eine ein Jahr andauernden Werbekampagne in allen Bahnhöfen des öffentlichen Personennahverkehrs Frankfurt gestartet, um die Öffentlichkeit über die EU-Richtlinien zu informieren.
Werbe- und Anzeigen-Aktivitäten für die Kampagne werden im Jahr 2005 aber hauptsächlich Event-bezogen durchgeführt. Im Rahmen der Truck Stops in Berlin, Bremen und Siegen wurden Anzeigen zur Ankündigung in großen regionalen Tageszeitungen geschaltet. Zudem wurde der Truck-Stop in Berlin im U-Bahn-Fernsehen Berliner Fenster einer breiten Öffentlichkeit angekündigt. All diese Aktionen wurden durch eine aktive Pressearbeit begleitet. Für alle drei Truck Stops gab es darüber hinaus ausführliche Vor- und Nachberichterstattung in print, online und audiovisuellen Medien.
Außerdem war die Kampagne an der Pressekonferenz des Christopher Street Day in Berlin präsent. Auch bei noch kommenden Aktivitäten in 2005 wird die Erzeugung von Medienaufmerksamkeit im Mittelpunkt stehen.

Veranstaltungen 

Wie von der nationalen Arbeitsgruppe beschlossen, liegt der Event-Schwerpunkt der Kampagne 2005 auf den europaweiten Maßnahmen Truck Tour und „run for diversity“. Die Truck Tour machte im Mai in Berlin und Bremen und im Juni in Siegen Station. Beide Events waren ein Erfolg: in Berlin wurden Jugendliche mit einem  Antidiskriminierungs-Workshop und Rap-Musik angesprochen, während in Bremen die Bremer-Landespolitik im Bereich Arbeit und Behinderung mit Unterstützung der Sozial-Senatorin, lokaler Unternehmensvertreter und Repräsentanten verschiedener Interessengruppen im Mittelpunkt stand. In Siegen diskutierten Teenager mit dem Entertainer Ron-Williams über Rassismus und PolitikerInnen und NGO-VertreterInnen setzten sich mit der Antidiskriminierungs-Politk des Landes Nordrhein-Westfalen auseinander. Darüber hinaus stellte sich das Siegener Netz für Vielfalt mit seinen lokalen Aktivitäten zur Bekämpfung von Diskriminierung der breiten Öffentlichkeit vor. Ebenfalls in Siegen wurde auch ein „run for diversity“ speziell für Firmen veranstaltet. Viele Laufteams stellten ihren Lauf unter das Motto „Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung.“ Ein weiteres Highlight in 2005 war der CSD, bei dem das Leit-Fahrzeug ganz im Kampagnen-Design gestaltet war und EU-Parlamentarier die Kampagne präsentierten. 

Diversity Ambassadors

  • Volker Beck, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
  • Ron Williams, Entertainer
  • Dagmar Roth-Behrendt, Mitglied des EU-Parlamentes
  • Errol Marklein, Behindertensportler

Nationale Informationsmaterialien 

Im zweiten Halbjahr wird auf Wunsch der NWG ein nationaler Info-Flyer erstellt. In diesem finden sich vorrangig die Kontaktadressen der NWG-Mitglieder sowie eine Präsentation beispielhafter regionaler Antidiskriminierungsprojekte. Zudem wird die Toolbox als Informationsmaterial oft genutzt, ergänzt um nationale oder regionale Informationen, wie etwa Materialien der NWG-Mitglieder.